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Überall sah sie Verrat und Feinde. Am Ende sprach sie davon, dass Mittelerde besser dran wäre, wenn alles Leben davon getilgt würde.
—   Nithrar zu Córiel, Jarbeorn und Elrond über seine Mutter

Vaicenya ist eine Tatyar-Elbin mit dunkelbraunem Haar und ebenso braunen Augen. Das Haar reicht ihr, wenn sie es offen trägt, bis zur Leiste. Sie führt zwei schlanke Elbenklingen an jeder Seite und trägt eine silbern glänzende Rüstung, deren Brustpanzer mit einem Kettenhemd verstärkt ist, in dem einige Mithril-Ringe eingearbeitet wurden. Außerdem trägt Vaicenya Ohrringe und eine Halskette aus Wahrsilber. Hin und wieder verziert sie ihr Haar mit einem silbernen Reif, der jedoch nicht aus Mithril besteht. Neben ihren Schwertern verwendet Vaicenya gerne auch einen Bogen. Desweiteren ist Vaicenya eine Meisterin der Täuschung, insbesondere der Verkleidung.

Vaicenya gehört zu den Tatyar, dem Ursprungsvolk der Noldor und wurde lange vor dem Aufgang von Sonne und Mond geboren. Sie lebte viele Jahre in Frieden in den Landen jenseits der Wasser des Erwachens, am östlichen Rand Mittelerdes, bis schließlich der Schatten Morgoths über Arda fiel. Als die ersten Elben in Vaicenyas Umgebung verschwanden, war sie die Erste, die Waffen anfertigte und einen viele Jahrtausende andauernden Kampf gegen die Schergen des Dunklen Herrschers begann. Schier unermüdlich jagte Vaicenya mit ihrer Kampfgefährtin Melvendë die Eindringlinge, die es wagten, den Wald zu betreten, in dem Vaicenyas Volk lebte.

Als die Valar die Elben nach Valinor riefen, schlug Vaicenya mit der Hälfte der Tatyar das Angebot aus und blieb im Osten Mittelerdes. Viel ist über ihre weitere Zeit dort während Melkors Gefangenschaft in Aman nicht bekannt, außer, dass es eine relativ friedvolle Zeit war. Gesichert ist, dass sie 15 E.Z. einen Sohn namens Níthrar gebar. Vaicenya war schon von Anfang an misstrauisch gegenüber den Maiar und Valar gewesen, und als der erneute Krieg gegen den ersten Dunklen Herrscher Gebirge erschütterte und Länder zerbrach, sah sie sich bestätigt. Ohne den Schutz des Westens mussten die Elben, die im Osten geblieben waren, nach der Rückkehr Morgoths nach Mittelerde viele Schrecken erdulden, denn während die Noldor Beleriand und die Länder südlich davon verteidigten und Angband selbst belagerten, hatten die Kreaturen des Schattens im Osten freie Bahn, um ihr Unheil über die Avari zu bringen.

In den nun erneut aufflammenden Kämpfen um ihre Heimat verlor Vaicenya im Jahr 322 E.Z. schließlich ihre enge Vertraute Melvendë, die die Einzige gewesen war, die Vaicenyas heißen Zorn hatte lindern können. Schier wahnsinnig vor Wut und Trauer zog Vaicenya aus, um Rache zu üben - Rache an allem Lebenden in Mittelerde, doch insbesondere an den Orks. Dabei entfremdete sie sich von ihrem Sohn Níthrar, der sich von ihr lossagte und nach Harad ging.

Im Ringkrieg tauchte Vaicenya 3022 D.Z. im Dienste Sarumans auf, von dem sie behauptete, dass er ihr Volk bei seinen Reisen jenseits von Rhûn einst vor einer tödlichen Gefahr gerettet hatte und sie somit eine Schuld zu begleichen hatte. In Wahrheit nutzte sie jedoch schon bald ihren Status innerhalb der Hierarchie der Weißen Hand, um an mehr Mithril zu gelangen und die Orks gegeneinander auszuspielen, damit so viele wie möglich von ihnen starben. Bei Vaicenyas Reise nach Westen wurde sie von einigen wenigen Elben aus ihrer Heimat begleitet, die ihr treu ergeben waren. In Lothlórien, das von Saruman erobert worden war, traf sie nach Jahrhunderten der Trennung wieder auf ihren Sohn und nahm ihn gefangen.

Im Herbst desselben Jahres ereignete sich in Dunland eine für Vaicenya schicksalhafte Begegnung. Als einfache Dunländerin getarnt, kreuzte sich Vaicenyas Weg mit der Hochelbin Córiel, die der vor Zeitaltern gefallenen Melvendë äußerlich und charakterlich so sehr glich, dass Vaicenya zu der Überzeugung kam, ihre Kampfgefährtin sei tatsächlich zurückgekehrt. Seither verfolgte Vaicenya das Ziel, Córiel dazu zu bringen, sich ihr anzuschließen. Dies gelang ihr schließlich dadurch, dass sie Imladris infiltrierte und Elrond erpresste, indem sie seine Tochter bedrohte. Elrond sah sich gezwungen, Córiel dazu zu überzeugen, mit Vaicenya zu gehen und ihre wahren Absichten herauszufinden. Gemeinsam reisten die beiden Elbinnen von Imladris in das von Saruman besetzte Moria, mit dem Ziel, weiter nach Lothlórien zu ziehen.

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