Das Schicksal Mittelerdes Wiki
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Die Manarîn (marn. Sonnenvolk) sind ein elbisches Volk, das sich vom Avari-Stamm der Hwenti abgespalten hat. Angeführt werden sie von ihrer Königin Faelivrin Scalyna, deren Gatte Finuor Marîn der Namensgeber des Reiches war, und vom Haus Nénharma. Die Manarîn bewohnten das Königreich Manarîn, weit westlich von den Küsten Mittelerdes gelegen, bis eine Naturkatastrophe die Inseln zerstörte, auf denen die Elben lebten. 3022 D.Z. begannen sie, sich eine neue Heimat in Eregion aufzubauen, mit Ost-In-Edhil als Hauptstadt.

Kulturelles und Eigenheiten

Generell lässt sich sagen, dass sie hart und vor allem effizient arbeitende Überlebenskünstler, talentierte Baumeister, Feldarbeiter, Schiffsbauer und Minenarbeiter sind. Alles Fertigkeiten, die sie sich in den zweitausend Jahren aus der Not heraus angeeignet haben. Manche manarîsche Elben haben sich auf eines dieser Tätigkeitsfelder spezialisiert, doch gibt es auch Gemmenschleifer - hauptsächlich aus Eresion, Steinmetze, Schmiede und alle erdenklichen Berufe, die ein Volk für ein gutes Leben braucht. Wo sich die Manarîn aber als gesamtes Volk hervortun ist die Kriegskunst, wodurch ihre Gesellschaft einige militärische Züge annahm. Als Vorlage dienten vor allem die alten Reiche von Minzhu, der größten Macht in Palisor und die Zwerge der Orocarni. Jede/r durchläuft ab seinem 50. Lebensjahr eine militärische Grundausbildung, die wenige Jahre lang dauert. Dort lernt man den Umgang mit Waffen und Rüstungen, das Reiten zu Pferde, Basiswissen über die gängigen Kampfformationen, Berichte über die alten Kriege und Schlachten zu Zeiten der Dunkelheit und Allgemeinwissen. Federführend dabei war Ivyn, dir ihr Volk auf alle Möglichkeite vorbereiten wollte.

Sie sind etwas verschroben und Fremden eher vorsichtig misstrauisch eingestellt, wenn man sich davon aber nicht abschrecken lässt, sehen sie einen auch nicht mehr als "merkwürdiger Fremder". Dann sind die meisten Manarîn recht umgänglich und bisweilen sogar ausgesprochen neugierig. Man sollte allerdings darauf achten, dass sie auch ziemlich direkt sein können und es nicht gerne hören, wenn man über die Königin spricht, der sehr viel Respekt gezollt wird.

Wie bei den meisten Elben, sind Männer und Frauen gleichberechtigt und suchen sich einen einzigen Partner, mit dem sie durch das Leben gehen - es gibt aber eine Ausnahme: wenn einer der Partner aus dem Leben scheidet, suchen sich manche einen neuen Partner. Es ist zwar selten, kommt aber vor. Die meisten Manarîn bleiben jedoch ihrer ersten Liebe treu - selbst wenn er oder sie deutlich macht, dass es in Ordnung ist, dass sich der Partner neu verliebt wenn er oder sie nicht mehr da ist. Es gibt aber auch Elben, die nicht über den Verlust ihrer ersten Liebe hinwegkommen, was nach einiger Zeit lebensbedrohlich wird, denn auch sie können an einem gebrochenen Herzen vergehen. Hier ist der Halt aus der Familie, falls vorhanden, besonders wichtig.

Die familären Bande sind bei den Manarîn sehr stark. Kinder werden von beiden Elternteilen großgezogen und gelten als der größte Schatz im Leben. Die Gesellschaft hat immer ein Auge auf die Heranwachsenden, um Unfälle und andere Missgeschicke zu vermeiden. Ältere Geschwister nehmen oft die Rolle des Beschützers für die Jüngeren ein. Die Erziehung ist meist von ehrlicher Disziplin, Arbeitseifer und Verständis geprägt, aber auch von den ersten Unterweisungen in der Selbstverteidigung in der zweiten Hälfte der Kindheit.

Auf Menschen blicken die Manarîn mit einem gewissen Argwohn, da sie vor allem aus der Zeit bei den Hwenti schlechte Erfahrung mit ihnen gemacht haben. Ganz vorn dabei ist das Reich von Kushan mit denen sie öfters einandander gerieten, da sie hin und wieder große Expeditionen in den Wilden Wald schickten. Dazu kamen noch Angriffe von den Steppenreitern aus der Weite Rhûns, anderen Plünderer und vor allem Sklavenfänger. Letztere sind der Hauptgrund, warum man eher einem Zwerg vertraut, als einem Mensch. Durch die Isolation auf der Insel haben sich die Schauergeschichten noch ein bisschen von selbst ausgeschmückt. Ein Umstand, der vor allem Adrienne zu schaffen machte, bei ihrem Aufenthalt unter den Manarîn, obwohl vielen es gar nicht bewusst war, dass sie selbst die unfreundlichen und garstigen Gestalten aus den Erzählungen waren. Über die Menschen des Westens und deren Nachkommen wissen sie nur sehr wenig.

Zwerge werden noch immer als alte Freunde angesehen - oder es wird mindestens eine vorsichtige Freundlichkeit an den Tag gelegt, da die Hwenti noch bei ihrer Abreise regen Handel mit den Bewohnern der Orocarni getrieben hatten. Es gab auch hin und wieder Bündnisse gegen eindringende Orks und viele der älteren Elben haben die bärtigen Kämpfer als treue und verlässliche Kameraden in Erinnerung.

Den übrigen Stämmen der Avari stehen sie neutral bis unfreundlich gegenüber.

Über Liebe und Zärtlichkeiten

Die Liebe bei den Manarîn ist gar nicht so unähnlich wie bei den Menschen - nur sind die Schritte bis zu einer Schließung des Bundes stellenweise sehr lang - der Bund ist das, was wir Hochzeit nennen. Wenn sich jemand für das andere Geschlecht interessiert, wird erst Zeit miteinander verbracht, um sich besser kennenzulernen, es müssen noch gar keine romantischen Gefühle im Spiel sein. Diese Zeitspanne kann mehrere Jahrzehnte dauern, muss sie aber nicht. Wenn sich daraus etwas entwickelt, äußert man Interesse an einer etwas persönlicheren Beziehung, dabei ist es egal, wer zuerst fragt. Dies kann sehr direkt in Form einer Frage sein, oder eher subtil und kommt ganz auf die Persönlichkeit an. Bevor diese Frage kommt, verhält man sich gewohnt respektvoll und meidet Körperkontakt. Erst wenn eine Zusage kommt, erlaubt man sich romantischere Töne anzuschlagen. Manche umwerben dann ihren potentiellen Partner mit Liedern, Gedichten, kleinen Geschenken und anderen Aufmerksamkeiten. Bis auf das Händehalten und ähnlichen Handlungen wird auch bei der Umwerbung der Körperkontakt eher harmlos gehalten. Massagen und unaufdringliche Gesten sind in Ordnung, alles was darüber hinausgeht, wird von der Gesellschaft aber als unangebracht angesehen. Sollte jemand zu aufdringlich sein, könnten die Wachen dazwischen gehen, da manche Avari nicht immer ihre Gefühle unter Kontrolle haben - weshalb sie gelegentlich als wild empfunden werden. Küsse in diesem Stadium der Beziehung sind verpönt und konnten die Missgunst, oder auch Zorn der jeweiligen Eltern heraufbeschwören. Wie lange umworben wird, hängt wieder von den Beteiligten ab. Manche genießen es, andere empfinden es als überflüssig - vor allen kriegerische Linien haben eine Tendenz dazu, sich relativ schnell festzulegen - bis zu unter einem Jahr. Gleichglechtliche Beziehungen sind extremst selten und kann eine tiefe Spaltung der Gesellschaft hervorrufen, wobei ein Argument dagegen die Sorge um die so schon niedrigen Geburtszahlen ist, dafür spricht dann die freie Entfaltung nach dem Wille der Valar und Eru selbst. Das Thema ist hochexplosiv und wird unter keinen Umständen zur Sprache kommen. Heimliche Beziehungen dieser Art soll es auch schon gegeben haben, die dann missbilligend ignoriert wurden.

Die Umwerbung

Es kommt auch oft vor, dass man einander umwirbt, es also auf Gegenseitigkeit beruht. Hier liegt der Durchschnitt bei etwa fünf Jahren der Werbung, ansonsten kann es oft auch weiter über zehn bis zwanzig Jahre und mehr dauern. Die Werbung endet offiziell, wenn einer der beiden zu beiden Familienoberhäuptern geht und seine oder ihre Absicht verkündet, sich einander zu versprechen - also sich das Versprechen geben, den Bund zu schließen. Dies signalisiert der Werber gegenüber seiner Erwählten im vornherein mit roter Seide, die er einige Wochen lang sichtbar an seinem Körper trägt - meist sind es Seidestreifen am Gürtel o.ä. Frauen tragen gerne subtil Haarschmuck mit roten Ornamenten, oder offensichtlicher wie z.B. einen roten Seidenschal. Wenn der oder die Erwählte ebenfalls zustimmt, tragen sie als Antwort ebenfalls rot. Eine Verneinung, wird mit blauer Seide signalisiert, dann versucht man es später noch einmal. Will man nichts mehr miteinander zu tun haben, trägt man weiße Seide, hier trennt man sich (meist im Guten) und sucht sich einen anderen potentiellen Partner. Gelbliche Seide bedeutet, dass man direkt den Bund eingehen will und kommt eher selten vor, dazu zählt auch goldener Haarschmuck bei Frauen. Schwarze Seide - auch nur ein winziger Fetzen - ist eine Alarmfarbe und bedeutet, dass man einen schweren Fehler gemacht hat, oder etwas im Argen liegt. Es liegt an dem nicht-Träger herauszufinden, was schief gelaufen war. Sonst kommt als nächste die weiße Seide. Grüne Seide bedeutet eine Pausierung der Werbung, kommt auch nur sehr selten vor; in der Pause dann andere zu Umwerben ist äußerst kränkend und eine der größten Ehrverletzung für den jeweils anderen, die man jemanden zufügen kann.

Der Verkündung können - falls vorhanden - alle vier Elternteile zustimmen, müssen sie aber nicht. Elben unter 100 brauchen aber die Zustimmung, sonst wird es nicht anerkannt. Signifikante Altersunterschiede werden misstrauisch beäugt, aber geduldet, wenn es nicht zu groß ist, da es bei den Elben sonst als eine sehr unausgeglichene Bindung gilt - Elbenherzen sind recht fragil. Es gibt da keinen Richtwert und hängt von den Beteiligten ab. Ist ein Paar einander versprochen, werden sie am Tag des Versprechens von den jeweiligen Eltern des Partners beschenkt. Das passiert oft in einer kleinen Feier, bei der alle Familienmitglieder anwesend sind. Dabei wird auch der Tag des Bundes festgelegt. Der Tag des Versprechens markiert offiziell den Beginn der Beziehung. Nun kann sich das Paar auch öffentlich als ein solches zeigen, ohne mit missbilligen Blicken erdolcht zu werden. Manche teilen schon ab diesem Punkt der Beziehung das Bett, was eigentlich nicht erwünscht ist, aber stillschweigend geduldet wird, wenn es nicht zu offensichtlich ist - es bekommt so oder so kaum jemand mit. Noch ein unausgesprochener Punkt, warum die Avari von den Eldar als eher wild angesehen werden, der aber niemals zur Sprache kommen würde. Kinder, die in der Zeit des Versprechens gezeugt wurden, werden vorbehaltlos in die Gemeinschaft aufgenommen und wie jedes andere Kind behandelt.

Am Tag des Bundes (Hochzeitstag) wird wie in der realen Welt ein großes Fest gegeben, zu dem alle Freunde und Verwandte eingelanden sind. Manchmal gehen die Feierlichkeiten mehrere Tage lang, der Rekord lag bei zwei vollen Wochen.

Ein Elbenpaar zeugt keine Kinder im Krieg, um das kostbare Leben in keinster Weise zu gefährden. Anders als die Eldar, teilen sie auch das Bett, wenn sie keine Kinder zeugen wollen, sie könnten es aber dennoch tun - wie alle Elben auch. Für sie ist der Akt die höchste Form von Zuneigung und eine Verschmelzung ihrer Seelen. Dabei wird nicht gesprochen, zumindest nicht verbal, sondern mental. Das Thema ist sehr delikat und hat nur Platz zwischen sehr vertrauten Seelen, wie dem Bundpartner, den eigenen Kindern zum Zwecke der Aufklärung und Schwurbrüder oder Schwurschwestern.

Außenstehende von anderen Stämmen, sowie Menschen und Zwerge dürfen nichts über das Liebesleben erfahren, da die Manarîn - wie viele andere Elbenvölker - es als äußerst intim erachten und Fragen danach wutentbrannt abschmettern. Eine unbedachte Frage in diese Richtung kann Freundschaften und sogar diplomatische Beziehungen zwischen Völker und Reiche zerstören. Niemals sollte man einen Elben nach so etwas fragen, wenn man sich keine schallende Rückhand einfangen will.

Spiritualität

Sie haben eine sehr hohe Affinität für die Sonne, die ihnen durch einen fürchterlichen und verlustreichen Sturm den Weg zu den unbewohnten Inseln geleitet hatte. 500 Elben kamen in der gefährlichen Überfahrt über das offene Meer um, was für ein so kleines Volk hohe Verluste waren. Es hatte mehrere Jahrhunderte gedauert, diese Lücke wieder aufzufüllen.

Ursprünglich besaßen die alten Hwenti eine hohe spirituelle Verbindung zu den Sternen - wie die meisten Avari, die aber im Laufe der Jahrtausende immer weiter schwand, seitdem Sonne und Mond aufgegangen waren. Das lag aber auch daran, dass die Ersten der Elben und deren direkten Nachkommen, die noch unter dem Sternenlicht gewandelt waren, nach und nach verschwanden und mit ihnen auch die Verbundenheit zum Sternenlicht. Die Sonne nahm einen besonderen Platz bei ihnen ein, da sie über dem Ostmeer aufgeht und ein wundervolles Naturschauspiel an der Ostküste bietet. Sie bringt die Wärme und drängt die Kälte aus dem Gebirge wieder zurück. Nach der Überfahrt und der unbewussten Umrundung der Welt, wiesen die Sonnenstrahlen der untergehenden Sonne über dem Westmeer den Siedlern den Weg in das zukünftige Königreich Manarîn. Deswegen ziert sie auch das Banner des Hauses Manarîn, dem Königshaus und steht hoch in der Gunst der übrigen Manarîn. Die Flügelhelme ihrer Armee sind ebenfalls der Form von Sonnenstrahlen nachgebildet.

Durch das reiche Edelsteinvorkommen auf den Inseln haben die Manarîn auch diese zu lieben gelernt. Einige Juwelen nehmen besondere Rollen ein, oder haben eine gewisse Bedeutung:

  • Bernstein, Tigerauge, Feueropal und den Abendroten Saphir sieht man als eingefangene Sonnenstrahlen an, sie sind ist der Königsfamilie vorbehalten.
  • Rubin und Kirsch-Topas gelten als Herzsplitter der Sonne. Oft ein Geschenk unter Liebenden.
  • Das Kronjuwel Anarenda (Que. Sonnenherz). Es ist ein faustgroßer, extrem seltener roter Diamant. Es wird auch das Herz der Sonne genannt. Sein Wert ist schier unermesslich. Der Lagerort ist streng geheim.
  • Sternrubine benutzt man gerne als Kompromiss zwischen der Liebe zu den Sternen und der Sonne. Wird oft in Schmuckstücken verarbeitet. Hat den Spitznamen Blutstein und ist generell ein beliebter Glücksbringer.
  • Der Meeres-Topas wird, wie der Name schon sagt, oft von Seefahrern als Glücksbringer mitgenommen.
  • Jade und Malachit wird im Frühling gerne von Frauen getragen.

Sprachliche Besonderheiten

Durch die Isolation auf den Inseln von fast 2000 Jahren entwickelte sich ihr Avarin weiter zu einem eigenen Dialekt, der Marnissa 'Sonnensprache'; eine Zusammensetzung aus dem Avarin-Wort Marna für 'Sonne' und dem altertümlichen Quenya-Suffix -issa, 'Sprache'. Es ist hautpsächlich eine Mischung aus Avarin und Quenya, bei der reine Quenyakenner nur Wortfetzen verstehen können. Manche Wörter klingen gleich wie im Quenya, haben aber im Kontext mit avarischen Wörtern eine andere Bedeutung. Der Unterschied wird nur in den Elbenrunen und der gesprochenen Sprache ersichtlich. Um die Marnissa zu erlernen, muss man als Voraussetzungen sowohl das Quenya, als auch das Avarin in seinen Grundzügen beherrschen. Maßgebend für die grammatikalische und sprachliche Entwicklung war der Elb Luscora Manarîn, der einige Lehrschriften darüber verfasste, aber auch die Sechzig Marna-Schriften der Gelehrten Artana, die für diese Leistung ein Ehrenmitglied des Königshauses wurde.

Der erste Hinweis auf die Entwicklung und Vermischung der Sprachen liegt schon in der Bezeichnung des Volkes, da sich die Elben nach den Zweitnamen des Königs benannten, denn Marîn war auch schon ein Zusammensetzug aus Avarin und Sindarin. So ist das 'Ma' eine gekürzte Version des Avarin-Wortes Marse, (dies ist wiederum eine Ableitung von dem Ur-Elbischen Wortes áse, 'Sonnenschein') und dem sindarischen Wort rîn, was 'Erinnerung' bedeutet. Marîn, würde also wörtlich übersetzt 'Sonnenschein Erinnerung' bedeuten, in dem Kontext sollte es aber "Erinnerung des Sonnenschein" heißen.

Der oben genannt Sindarin-Einfluss lässt sich ab und zu auch in anderen Avari-Stämmen finden, was auf vereinzelte Treffen von den verschiedenen Elbenvölkern schließen lässt. So bereiste beispielsweise der Noldor Amarin in den alten Zeiten die östlichsten Ländereien Mittelerdes - dem heutigen Palisor - und traf dort u.a. auf Ivyn. Trotzdem ist das Sindarin zu selten im Gebrauch und hat die sprachliche Entwicklung nur minmal beeinflusst, da das Quenya als Allgemeinsprache angesehen wird.

Das Quenya wird nur gesprochen, wenn Gäste, denen man etwas vertraut anwesend sind, oder als Zeichen des guten Willens.

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