Das Schicksal Mittelerdes Wiki
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Eigentlich war es so klein, dass die beiden großen Nachbarreiche uns nie wahrnahmen. Einzig unsere Seefahrt erregte Aufmerksamkeit, da wir große Teile des Ostmeeres befuhren.
—   Iva erzählt Aglarân von ihrer Heimat, als sie Kushan durchqueren

Die Republik der Nîlothâni oder auch Thâni n' Nîlo (adûn. Land des Mondes) - , ist ein kleiner Seefahrerstaat an der Ostküste Mittelerdes und grenzt am Norden an Minzhu und im Westen an Kushan. Ihre Bewohner nennen sich selbst Azralâi 'n Anadûnê (adûn. Seevolk aus Westernis).

Die Republik ging im Jahre 2410 D.Z. aus dem Königreich Nîlothâni hervor, dessen junger König auf einer Expedition ums Leben kam. Im Zuge der Erbstreitereien übernahm der Halbelb Narakthôr als oberster Berater die Amtsgeschäfte und gestaltete das Königreich mit dem hinterlasssenen Willen des Königs mehrere Jahre um, bis im Jahre 2410 D.Z schließlich, die Mondverfassung anerkannt und damit die Republik ausgerufen wurde. Zu der Zeit wurde auch die Hauptstadt Azarûkadar in der Mitte des Landes gebaut, wo sich alle drei Bezirke treffen. Damit war sicher gestellt, dass keiner der drei Bezirke Macht auf das Herz des Landes ausüben konnte.

Viele Jahre lang genoss das kleine Reich Frieden und sehr großen Wohlstand, da es regen Handel mit allen Bewohnern von Palisor trieb, von den Zwergen in den Orocarni, über den Stämmen der Avari bis zu den Menschenvölkern in ganz Rhûn, mit denen es am meisten Kontakt hatte. Mit dem Aufschwung Saurons, nahm auch die Handelskraft ab, da sich die Völker zum Schutz abschotteten. Im Jahre 3015 D.Z. kam es zu inneren Unruhen, der von außen beigesteuert worden war. Die führende Schicht der Republik wurde ermordet und das Land versank in unregierbaren Chaos. Zeitgleich wurden es von Söldner eines unbekannten Herrn angegriffen. Das geschwächte Nîlothâni hatte kaum militärische Gegenwehr zu bieten, so kamen bei den Massakern fast 40.000 Menschen um, tausende flohen aus dem Land. All das geschah in nur einer Woche. Diese Zeit wird von den Überlebenden als Karsa Kalab (adûn. [der] Rote Fall) bezeichnet.

Administrative Gliederung

Nîlothâni ist sehr klein und hat nur drei große Städte, die über die jeweils umliegenden Ländereien regieren, auf denen Bauern die Felder bestellen. Jede Stadt hat einen eigenen Stadtrat, in dem jeder Mann oder Frau sich einbringen kann, wenn sie in einer freien und geheimen Wahl erwählt wurden.

Die drei Räte der Stadt haben jeweils bis zu 600 Mitglieder, besitzen aber keine Befugnisse, um Landereien zu verteilen, oder Güter einzuziehen. Jedem Rat steht ein gewählter Ältester aus dem Kleinen Mondrat vor, der die Ordnung aufrechterhält und Ratswächter berufen kann.

Die Stadträte wählen dann aus eigenen Reihen schließlich die Vertreter für den Großen Mondrat, der sich um Gesetze, Beziehungen nach Außen und Handelsabkommen kümmert. Es werden jeweils 100 Mitglieder aus jeder Stadt benannt. Sie haben zwei Privilegien, nämlich: freie Wahl des Wohnorts und direkte Anforderungen der Ratswächter. Dem Großen Mondrat stehen drei Ankermänner/frauen vor. Sie wachen über die ürigen Mitglieder, achten darauf, dass Versammlungsgesetze eingehalten werden und können im Notfall zusammen die Autorität aller Räte für sich beantspruchen - mit Ausnahme des Kleinen Mondrates, es sei denn, dessen Mitglieder sind tot oder für mehrere Tage verschollen. Ein Ankerer, wie sie sonst genannt werden, ist das höchste Amt in Nîlothâni, denn sie repräsentieren das Land bei hohen Besuchen und diplomatischen Belangen.

Der Große Mondrat wählt seinerseits den Kleinen Mondrat. Dieser ist für die inneren Angelegenheiten zuständig, wie Sicherheit und Gegenspionage und die Finanzen des Landes, aber auch für die militärischen Belange. In den Kleinen Mondrat können nur Männer und Frauen mit nachgewiesener adûnâischer Abstammung gewählt werden, die einen Schwur auf die Mondverfassung abgelegt haben, niemals die Republik zu verraten. Die Strafe auf einen gebrochenen Schwur ist unbekannt, doch sollen sie so hoch und unmenschlich sein, dass es noch nie jemand gewagt hat. Der Kleine Mondrat arbeitet besonders eng mir den drei Ankermänner und -Frauen zusammen.

Gesetzesvorschläge oder -änderungen werden von den Vorsitzenden der drei Stadträten eingereicht und dann von dem Großen Mondrat beschlossen oder ggf. bearbeitet. Der Kleine Mondrat arbeitet in diesem Fall zusammen mit dem Großen Mondrat. Ein Gesetzesvorschlag durchläuft daher im Normalfall die Institutionen in der folgenden Reihenfolge: Stadtrat -> Großer Mondrat + Kleiner Mondrat.

Gerichte werden vom Kleinen Mondrat einberufen. Die meisten Verhandlungen sind frei, das heißt, dass jeder in die große Gerichtshalle hinein kann und seine Meinung äußern. Das Urteil fällt ein zufällig ausgewählter Kreis von Anhörern. Ein Anhörer zu sein ist eine Ehre und eine Pflicht, der sich niemand entziehen darf, wenn er erwählt worden ist.

Bezirke

  • Abârzâin 
  • Inzilzâin 
  • Manôzâin 

Abârzâin (wörtl. "Starkes Land") liegt im Norden des Landes und hat etwa 25,000 Einwohner. Es ist ein bergiges Land mit kargen Böden und steinigen Hängen, ist dafür aber sehr reich an Bodenschätzen. Hier gibt es zwei Goldminen, eine Silbermine und vier Eisenminen. Die Bewohner sind eigenbrötlerisch, aber freundlich. Sie sind kräftig gebaut und arbeiten sehr hart, sind aber auch entsprechend wohlhabend. Die Bezirkstadt ist Pharazkadar (adûn. "Goldstadt"). Das Siegel ist eine goldene Spitzhacke auf schwarzen Grund.

Inzilzâin (wörtl. "Blumenlande") liegt im Westen von Nîlothâni und in einem kleinen Flussdelta. Hier leben etwa 30,000 Menschen und ein einige Elben. Das Land ist saftig grün und beherbergt viele Blumen und Laubbäume, die jedoch im Hochsommer besonders zu leiden haben. Die Bewohner sind meist offen und herzlich und haben sich ganz dem Ackerbau verschrieben. Sie gelten oft etwas als verschroben. Die Bezirkstadt ist Blütenhain, die einst von Elben gegründet wurde. Das Siegel ist ein grüner Kranz, der mit drei Sternen in der Mitte auf silbernen Grund.

Manôizâin (wörtl. "Seelenlande") liegt im östlichen Teil des Landes und direkt an der Küste. Es leben 24,000 Menschen hier, von denen fast alle an den großen Häfen und den Werften des Bezirkes arbeiten. Das Land ist flach und durch die starken Winde des Meeres nur spärlich bewachsen. Die Bewohner sind sehr direkt und meist kurz angebunden, manche auch sehr temperamentvoll. Sie werden von den anderen Bezirken oft als ungehobelt angesehen. Die Bezirksstadt ist Aglarrâma (adûn. "Festung der See") und liegt direkt am Meer. Das Siegel ist ein grauer Turm auf blauen Grund. Hier befinden sich auch die Miyâtlôni  (adûn. "Zwillingshäfen"), einer der wichtigsten Umschlagplätze des Landes.

Hauptstadt

Zentral gelegen, auf den Schneidpunkte der drei Bezirke, liegt die große, zur Zeit verlassene Hauptstadt Azartârik (adûn. "Sternensäule"). In ihr befindet sich der alte Königspalast, die Mausoleen mehrere Gerichtshallen, das große Gefängnis, die Türme der Buße, die Ratshalle des Großen Mondrats, vier große Marktplätze und eine große Kampfarena.

Nach dem Roten Fall traut sich noch niemand zurück in die Hauptstadt. Es gehen Gerüchte um, dass noch immer Unerwünschte, Ausgestoßene und Söldner sich darin herumtreiben.

Gesellschaft

Nîlothâni gilt als freundlicher Handelspartner, doch um hier zu wohnen, muss man sich in die Gesellschaft einbringen und ein Empfehlungsschreiben eines Einwohners beim Ratsvorsitzenden in der Bezirksstadt vorlegenden. Fremde, die sich ohne Anmeldung niederlassen, werden nach Kerkerhaft aus dem Land geworfen.

Die Gesellschaft von Nîlothâni unterteilt sich in Edler (=Adel), Bürger und Sklave. Dies ist mit dem Blutstatus verbunden - ausgenommen sind Sklaven, siehe den Abschnitt Sklaven weiter unten. Wer mehr als 50% seiner Vorfahren als Númenorer nachweisen kann, der wird als Edler angesehen. Alles darunter sind einfache Bürger. Die Standesunterschiede waren früher gravierend, doch da Adûnai sehr selten geworden sind, hat sich die Ausgrenzung der einfachen Bürger erledigt. Es gibt vereinzelt noch große, edle Familien, Zadanî genannt (adûn. Häuser), die diese Abneigung noch in sich tragen, jedoch tun das längst nicht mehr alle.

Ehrlichkeit, Kameradschaft und Familie spielen bei dem Seefahrervolk eine große Rolle. Entlarvte Lügner werden von der Gesellschaft sehr streng ausgegrenzt, sie werden bei jeder Gelegenheit ignoriert und wie Luft behandelt, sei es öffentliche Veranstaltungen, Feste oder andere gesellschafte Ereignisse. Kinder bis elf Jahre sind davon ausgenommen. Einen weiteren großen Stellenwert nimmt das Seefahren und der Schiffsbau ein, an denen sich fast jeder beteiligt.

Die fünf Räte genießen großes Ansehen. Entscheidungen werden selten in Frage gestellt, besonders wenn eine überwältigende Mehrheit in den Abstimmungen herrscht. Jedes Ratsmitglied trägt eine hellblaue Schärpe, die gern und offen zur Schau gestellt wird. Je nachdem aus welchem Rat das Mitglied ist, werden goldene Zeichen auf die Schärpe aufgestickt, um zu unterscheiden wer von wo ist.

Die Unterschiede zwischen Edlen, Bürger und Sklaven:

Privilegien Edle Bürger Sklaven
Eigentum Ja Ja Nein
Freier Wohnort Ja Nein Nein
Militär. Laufbahn Ja Ja Nein
Freier Handel Ja Nein Nein
Wehrpflicht Wahlweise Ja Ja

Bedeutende Zadanî

  • Haus Balukkhôr (Ciryatur/Schiffsmeister)
  • Haus Tamarthôr (Sohn des Schmied)
  • Haus Nardûhîn (Soldatenkind)
  • Haus Gimilzôr (Silberflamme)

Sklaverei

In Nîlothâni gibt es Schuldsklaverei. Wenn jemand bei einem anderen in der Schuld steht und diese nicht zurückzahlen kann, sei es durch Arbeit, Eigentumsübergabe, o.ä., verliert er temporär seine Freiheit, um diese Schuld zu begleichen. Ein Beauftragter des Kleinen Mondrates wird ein Zeitmaß ansetzen, in dem der Schuldner Sklave ist und allem gehorchen muss, was der Besitzer sagt. Ist diese Zeit abgelaufen, ist der Schuldner frei und bekommt von der Gemeinschaft einen für drei Monate einen monatlichen "Zehnten" als Starthilfe.

Menschen/Sklavenhandel ist jedoch aufs Schärfste verboten und wird allgemein als unmenschlich und moralisch höchst verwerflich angesehen. Ein Sklave darf auch nicht ermordet, verstümmelt oder zum bluten gebracht werden. Somit sind körperliche Misshandlungen stark beschränkt. Ein Halter ist auch für das Wohlergehen und die Taten seines Sklaven verantwortlich. Meist werden sie für niedere Arbeiten eingesetzt, oder andere mehr oder weniger gefährlichere Tätigkeiten eingesetzt.

Vertößt ein Sklavenbesitzer gegen eine der Regeln, verliert er sofort einen entsprechenden Teil seines Eigentum, mit dem der Geschädigte entschädigt wird. Bei Mord und Verstümmelung, wird der Täter der Prozess gemacht, was meist auf die Todesstrafe hinausläuft. Ebenfalls wird die Todesstrafe verhängt, wenn ohne Grund jemand einen Sklaven hält und/oder ihn zwingt gegen das Gesetz zu verstoßen.

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