Das Schicksal Mittelerdes Wiki
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Ich wusste nicht, dass deine Vorfahren über ein so großes Reich geherrscht haben. Ich dachte, hätten eher im Verborgenen, und von der Insel aus agiert.
—   Aerien zu Narissa, in Sarn Amrun

Das Reich zu seiner größten Ausdehnung

Das Reich von Tol Thelyn (auch Reich der Turmherren oder Reich der Thelynrim) war ein Reich der Dúnedain in Harad zu Beginn des dritten Zeitalters, das sich vor allem entlang der Westküste Harads erstreckte.

Geschichtlicher Überblick

Erste Expansion

Das Reich von Tol Thelyn nahm seinen Anfang unter Formengil vom Turm, dem zweiten der Turmherren, als dieser im Jahr 23 D.Z. zwei Küstenstämme der Haradrim in der Nähe von Tol Thelyn unter den Schutz der Dúnedain von der Insel stellte. Aus diesem Schutzverhältnis wurde mit der Zeit eine tatsächliche Herrschaft, und Formengil konnte bis zu seinem Tod im Jahr 109 D.Z. noch viele weitere Stämme entlang der Küste unter seinen Einfluss bringen.

Formengils Sohn Ciryatan II. festigte in seine ersten Herrschaftsjahren diesen Einfluss, teilweise durch gewaltsame Unterwerfung, und begann danach sein Reich an der Küste entlang nach Norden bis kurz vor Umbar an die Grenze Gondors auszudehnen. Anders als sein Vater begann er schließlich auch, erste Gebiete weiter im Inland unter seine Herrschaft zu bringen. Diese Werk setzte sein Sohn Valandil I. weiter fort, unter dem das Reich seine größte Ausdehnung nach Osten erreichte. Valandil errichtete an der Ostgrenze des Reiches die Festung Sarn Amrun.

Rebellionen und Blütezeit

Zum Ende von Valandils Regierungszeit begannen einige der unterworfenen Stämme gegen die Herrschaft der Turmherren aufzubegehren und schließlich zu rebellieren. Während einer dieser Rebellionen kam Valandil I. ums Leben, und sein Bruder Túrin I. verbrachte die gesamten fünfzehn Jahre seiner Regierungszeit damit, diese und weitere Aufstände in seinem Reich niederzuschlagen. Túrins Sohn Elatan Tûrhael gelang es schließlich durch behutsame Diplomatie, die den haradischen Stämmen im Reich eine gewisse Unabhängigkeit gewährte, dem Reich Frieden zu bringen. Durch seine Ehe mit der Tochter des Fürsten der Imraguen konnte er darüberhinaus das Reich weiter nach Süden ausdehnen.

Die Blütezeit des Reiches setzte sich in den ersten Jahren der Herrschaft von Elatans Sohn Palandras I. fort, obwohl dieser viele Freiheiten, die sein Vater den Haradrim gewährt hatte, wieder rückgängig machte. Im zehnten Jahr seiner Herrschaft (356 D.Z.) begann Palandras schließlich nach dem Vorbild seiner Vorgänger Valandil I. und Ciryatan II. Eroberungskriege nach Norden und Süden zu führen, wozu er vielfach Krieger der haradischen Stämme einsetzte. In Verbindung mit seiner ausnehmend strengend Herrschaft sorgte dies für viel Unzufriedenheit im Reich, und außerdem für Furcht unter den umliegenden, unabhängigen Königreichen. Dies führte schließlich zur ersten großen Katastrophe, die den Niedergang des Reiches einläutete.

Allmählicher Niedergang

Im Jahr 358 D.Z. plante Palandras, nach einem erfolgreichen Feldzug im Süden des Reiches, seine Grenzen weiter nach Osten auszudehnen. Dies löste allerdings schließlich eine große Rebellion der Haradrim aus, die von den angegriffenen Stämmen und dem Königreich Kush unterstützt wurde. Palandras wurde in mehreren Schlachten besiegt, und musste sich mit seinen Söhnen in die Festung Sarn Amrun zurückziehen, die schließlich von den Rebellen belagert wurde. Palandras und seine Söhne kamen beim Fall der Festung ums Leben, und ihm folgte sein Enkel Túrin II. nach.

Túrin II. gelang es während seiner langen Herrschaft, weite Gebiete des Reiches zurück zu gewinnen, doch es erreichte nie wieder die Ausdehnung wie unter seinem Großvater. Unter seinem Nachfolger Hador I. erlangten weitere Stämme ihre Unabhängigkeit, denn dieser war ein schwacher Turmherr. So bröckelte das Reich der Turmherren noch einige Zeit vor sich hin, während der Untergang unausweichlich war.

Untergang und Erbe

Beorn I. gelang es zu Beginn seiner Herrschaft, die Grenzen des Reiches erneut ein wenig zu festigen, doch er hatte niemals wirklichen Frieden. Im Jahr 561 D.Z. kam es schließlich zu einem großen Angriff der Haradrim von außerhalb, die die Schwäche des Reiches ausnutzten, um die Fremdherrschaft der Turmherren für immer zu beenden. Dem Angriff schlossen sich auch die im Reich lebenden Haradrim an, und Beorn wurde in mehreren Schlachten geschlagen und schließlich auf die Insel selbst zurückgetrieben. Dort wurde er im Turm belagert und kam schließlich bei dessen Einsturz ums Leben. Dem Untergang entkamen nur wenige der Thelynrim unter Beorns Vetter Hallatan, die nach Gondor flohen und später auf die verlassene Insel zurückkehrten.

Nach dem Untergang des Reiches beschränkten sich die Turmherren darauf, Gondor im Verborgenen zu unterstützen, und strebten keine direkte Herrschaft über Harad an. Lediglich Atanar, der siebundzwanzigste der Turmherren, versuchte unter dem Einfluss seiner Frau wieder gewaltsam eine Herrschaft aufzubauen, konnte sein Werk durch seinen plötzlichen Tod allerdings nicht vollenden, und sein Sohn Ciryatan IV. setzte die heimliche Politik seiner Vorgänger fort. Seitdem schwor bis zu Hador II. jeder neue Turmherr, in seinem Leben keine Herrschaft außer über Tol Thelyn anzustreben.

Regierung

Das Reich von Tol Thelyn war im Grunde eine klassische Monarchie, auch wenn die Herrscher nur die Titel "Herr des Turmes" und "Fürst von Tol Thelyn" führten, und nie einen Königstitel annahmen. Dabei wurden nicht alle unterworfenen Stämme direkt vom Turmherren regiert, einige, speziell in den Randgebieten des Reiches, genossen bis zu einem gewissen Grad Autonomität.

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